Zum Nationalfeiertag der Roma
Der Internationale Tag der Sinti & Roma am 8. April
wird seit 1971 weltweit als National-feiertag der Roma &
Sinti Nation gefeiert. Er erinnert an den ersten internationalen
Kongress der Roma & Sinti in London und wird unterstützt
von den UN, der EU und diversen Einzelstaaten, darunter
auch den USA.
Europa wach auf, dassind deine Bürger.
1. Mitspracherecht: "Roma & Sinti" wissen, was "Zigeuner"
brauchen!
In Österreich werden die offiziellen Vertreter der Roma
& Sinti von den Behörden ohne Beteiligung der Community
bestimmt.
Wir fordern für alle Belange der Roma: offene Ausschreibungen,öffentliche
Rechenschaftsberichte und Finanzprüfungen sowie Ergebnisdiskussionen
unter Beteiligung aller Roma-Organisationen!
2. Roma & Sinti wollen keine Marionetten, die falsche
Bilder verbreiten!
Österreichische Roma finden kaum Ansprechpartner, denen
sie vertrauen können.
Wir fordern die Schaffung einer Roma-geführten Anlaufstelle,
die in Rechts- und Bürokratiefragen beraten kann und in
Notfällen hilft.
Das Roma & Sinti Informationsbüro soll außerdem Schulung
und Beratung für Behörden, Unternehmen und Schulen zur Verfügung
stellen.
3. Roma & Sinti Kinder werden noch immer in Sonderschulen
abgeschoben.
Das hat schwere Auswirkungen auf die individuellen Lebenswege
und auf die Integration und gesellschaftliche Teilhabe der
späteren Familie. Roma & Sinti landen in Sonderschulen
nicht aufgrund einer Behinderung oder geringeren Intelligenz
sondern weil es heißt, dass Roma & Sinti einen "besonderen"
Förderungsbedarf hätten. Vorurteile der Lehrer und Falschinformation
sind die Hauptursache für schlechte Leistungen von Roma
& Sinti Kindern.
Wir fordern eine Überprüfungsmöglichkeit für Roma &
Sinti Organisationen, wenn Kinder in die Sonderschule wechseln
sollen, sowie den verstärkten Aufbau von Lernhilfe- und
Beratungsgruppen in Verantwortung der Community, um den
Kreis von Demotivation und schlechter Leistung zu durchbrechen.
Roma-Kinder sind ebenso intelligent und leistungsfähig wie
andere Kinder! Roma & Sint Eltern sind ebenso engagiert,
die Fortschritte ihrer Kinder zu fördern, wie andere Eltern!
4. Abschiebestopp und Asylrichtlinien für gefährdete
Roma & Sinti!
Roma & Sinti und andere Traveller sind in vielen als
sicher geltenden Ländern schweren Menschenrechtsverbrechen
ausgeliefert. Amnesty International beispielsweise hat 2006
festgestellt, dass die internationalen KFOR-Truppen und
die UNMIK-Verwaltung des Kosovo schwere Pogrome, Vergewaltigungen
und Vertreibungen nicht verhindert hat. Roma erfahren in
vielen Ländern eine "Sonderbehandlung" und haben kein Zugang
zum Rechtssystem.
Aus diesem Grund ist eine Sonderstellung auch in den
Asylrichtlinien erforderlich. Abschiebungen in Länder, in
denen Roma Pogromen ausgesetzt sind, müssen sofort gestoppt
werden!
5. Zwangssterilisationen an Roma & Sinti Frauen und
Mädchen sind noch immer ein Thema.
Im EU-Land Tschechien wurden 2005 beispielsweise 87 Romni
zwangsbehandelt. Ärzte erklären Roma & Sinti Frauen,
dass eine Untersuchung gesundheitlich erforderlich wäre
und durchtrennen dabei ohne Einverständnis die Eileiter.
Medikamente oder Impfungen werden empfohlen, die zur Unfruchtbarkeit
führen. Verschiedene Umstände führen dazu, dass die betroffenen
Frauen die Verstümmelung rechtlich nicht verfolgen können.
Aus diesem Grunde besteht in der Community ein starkes Misstrauen
gegenüber Ärzten und dem Gesundheitswesen. Ein freies, selbstbestimmtes
Leben erfordert Zugang und Vertrauen in die Medizin.
Wir fordern eine internationale Verfolgung der Straftäter
sowie vertrauensbildende Maßnahmen unter Führung und Verantwortung
der Community selbst.
Roma & Sinti werden derzeit in Italien, Slowenien, Serbien,
Spanien und der Türkei wegen Immobilienspekulationen widerrechtlich
aus ihren Häusern vertrieben. Die Entschädigungen betragen
oft nur einen Bruchteil des Marktwertes. Einzig in Spanien
hat das Höchstgericht die Vertreibungen untersagt. Roma
& Sinti sind an diesen Orten seit Jahrhunderten ansässig,
in der Türkei sogar seit 1000 Jahren! In Österreich finden
Roma & Sinti aufgrund von Vorurteilen nur schwer Zugang
zum Wohnungsmarkt. Falsche Mythen über verheizte Fußböden
und riesige Familienclans in Kleinwohnungen spuken in den
Köpfen.
Wir fordern einen Stopp der Roma & Sinti Vertreibungen
in Europa und anderswo! Wir fordern Lösungen, um den Zugang
zum Wohnungsmarkt in Österreich zu verbessern.
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